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Montag, 21. Juni 2010

Das Zilvermuseum Sterckshof in Antwerpen-Deurne

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Foto: Zilvermuseum Sterckshof.
Das Zilvermuseum Sterckshof in Deurne ist untergebracht in der Burg im Sterckshof (Antwerpen), einem Haus mit vielen Zimmern und Platz für Silber.

Dieses wunderschöne Museum haben wir am 13. Juni 2010 besucht.

Es ist in einem malerischen Schloss untergebracht, dem Sterckshof. Schon dieses unter Denkmalschutz stehende Schloss und seine Gärten sind eine einzigartige Attraktion für die Gegend. Ursprünglich stand im 13. Jahrhundert dort ein befestigter Bauernhof, umgeben von einem Wassergraben. Benannt ist das Schloss nach Gerard Sterck († 1564), Kaufmann, Bankier und geheimer Rath, der es 1524 von Kaiser Karl V. gekauft hat. Unter ihm verwandelte sich das Haus zu einem prächtigen Anwesen und erhielt den Namen Sterckshof. Die weitere Geschichte des Hofes brachte etliche Besitzerwechsel und während der Kriege (Religionskriege bzw. Österreichischer Erbfolgekrieg (1740-1748) wurden große Teile des Sterckshof zerstört, bis kaum noch etwas von ihm blieb. Im Jahr 1921 wurde der nur noch aus Eingangstor, Turm und wenigen restaurierungsbebedürftigen Gebäuden bestehende Sterckshof durch die Provinz Antwerpen gekauft und bald wieder aufgebaut. Auch als Museum durchlief der Sterckshof eine wechselhafte Geschichte. Nachdem seit etwa 1950 konstant Tafelsilber gesammelt und gezeigt wurde, benannte man das Museum 1992 in Zilvermuseum Sterckshof um.

Die ausführliche Geschichte dieses prächtigen Gebäudes mit alten Bildern ist auf der Homepage des Museums unter folgendem Link dargestellt: http://www.provant.be/vrije_tijd/cultuur/musea/zilvermuseum/kasteel_en_tuin/

Wir besichtigten zuerst die allgemeine Silbersammlung, der Eintritt dafür ist frei. In diesem Museum werden ausgewählte Schätze der belgischen Silberschmiedekunst vom 16. Jahrhundert bis zur Neuzeit verwahrt und gezeigt. Ein ganz besonders wertvolles Stück ist dabei dieser Eulenbecher, dessen Körper aus einer Kokosnuss besteht.


Sammlung des Zilvermuseums Sterckshof: Eulen-Becher, Meister mit Pelikan, Antwerpen, 1548-1549, Leihgabe der König-Baudouin-Stiftung (inv B512 / 1) (© Hugo Maertens Brugge)

Belgien und vor allem Antwerpen war früher eines der maßgeblichen Zentren für Silberschmiedekunst in Europa. Auch für deutsche Silberschmiede war eine Fortbildungszeit in Antwerpen mit hohem Ansehen verbunden. Von ihren Aufenthalten kamen die Silberschmiede dann mit verfeinerten Techniken, aber auch mit neuen Formen und Dekorationsideen zurück, die dann in die heimische Produktion einflossen und den Stil beeinflussten.

Eine Auswahl der schönsten Stücke seiner Sammlung und die Erklärungen dazu zeigt das Museum auf seinerHomepage auf dieser Seite:

Ausführlich und sehr anschaulich wird der Besucher in mehreren Räumen mit den einzelnen Techniken und Geräten des Silberschmiedehandwerks vertraut gemacht. Dazu ist auch an der Kasse für wenig Geld ein kleiner, sehr informativer Führer in Deutsch (oder anderer Sprache) erhältlich. Das Heftchen ist jedoch in der allgemeinen Buchseite des Museumsshops nicht vertreten.

Wir hatten das Glück, noch am letztmöglichen Tag die Sonderausstellung besuchen zu können, die der Brüsseler Silberschmiede Delheid gewidmet war.


Foto: Zilvermuseum Sterckshof: Entwurfszeichnung der Firma Delheid, Brüssel.

Die Firma wurde 1828 durch Michel Delheid gegründet und erlangte in ihrer langen Bestandszeit bis 1980 internationales Ansehen und große Erfolge. Ein wunderbarer Katalog zeigt eine ausführliche Übersicht der Silberwaren dieser Firma und erzählt deren Geschichte. Der Katalog hat die ISBN 978-906625122-9, und ist in der Bücherliste des Museums augeführt:

Ich habe den Besuch im Zilvermuseum Sterckshof wirklich genossen. Von diesem schönen Gebäude mit entzückendem Innenhof und Außenanlagen geht eine ausgesprochen angenehme Atmosphäre aus. Die Präsentation dieser wertvollen Silberkunstwerke ist schön gegliedert und bringt das Wesentliche der einzelnen Stücke dem Auge des Betrachters nahe. Besonders gelungen ist dabei die recht schwierige Ausleuchtung der Silberschätze, die hier nicht, wie sonst oft auf Ausstellungen, durch das übermäßige Glänzen und Reflektieren des Lichts die Augen schnell ermüden ließen.

So konnten wir nun zum letzten Teil dieses Museumsbesuchs kommen, dem Schriftentausch. Es war mir eine besondere Ehre, dass mir angeboten worden war, für mein Buch „Rosen-Bestecke“, Veröffentlichungen des Zilvermuseums Sterckshof zu erhalten. Der Direktor des Museums, Herr Wim Nys, selbst Herausgeber und Autor mehrerer Fachbücher, nahm sich freundlicherweise die Zeit, mich persönlich zu begrüßen, und wir konnten uns im Museumsbuchshop gegenseitig die Bücher überreichen.


Bei der großen Anzahl von maßgeblichen Publikationen durch dieses Museum war für mich aus Auswahl nicht einfach. Am Ende habe ich mich für mehrere Bücher entschieden, von denen ich zwei hier vorstellen möchte (die folgenden Fotos wurden freundlicherweise vom Zilvermuseum Sterckshof zur Verfügung gestellt):

Das erste Buch:


Wim Nys (Herausgeber), Zilver uit Antwerpen = Argenterie d’Anvers = Silber aus Antwerpen = Silver from Antwerp, Antwerpen, Zilvermuseum Sterckshof Provinz Antwerpen, 2006, 319 Seiten, illustriert, farbige Abbildungen, Noten, Biografie, Bibliografie (Sterckshof Studies, 31 ), ISBN 90-6625-085-2, Text in Niederländisch, Einführungen in Französisch, Deutsch und Englisch

Dieser Katalog zeigt die Antwerpener Museum Szene durch eine silberne Brille gesehen. Zum ersten Mal wurden die Werke der Edelschmiedekunst aus verschiedenen Provinzen und der Stadt Antwerpen zusammen gebracht. Die fast 300 ausgewählten Objekte ergeben ein wunderbares Bild der jahrzehntelangen intensiven Sammeltätigkeit der Antwerpener Museen.

Seite 184: Ein Kokosnussbecher. Antwerpener Meister aus dem 16. Jahrhundert.

Das zweite Buch:

Wim Nys, Ontwerpen voor zilver = Designs for silver. Simonet & Vansteeger, Dom Martin & Wolfers, Antwerpen, Zilvermuseum Sterckshof Provinz Antwerpen, 2001, 512 Seiten, schwarz-weiße und farbige Abbildungen, (Sterckshof Studies, 1918), ISBN 90-6625-027-5, Texte in Niederländisch und Englisch, Einführung, auch in Französisch und Deutsch.

In diesem Museum Katalog werden 3.068 Konstruktionszeichnungen für privates und religiöses Tafelsilber aus dem neunzehnten und zwanzigsten Jahrhunderts beschrieben und abgebildet. Die Entwürfe stammen aus den den belgischen Werkstätten Simonet & Vansteeger, Dom Martin & Wolfers.

Seite 40: Abbildungen von Entwurfszeichnungen der Werktatt Simonet-Deanscutter

Seite 41: Abbildungen von Entwurfszeichnungen der Werktatt Simonet-Deanscutter

Seite 78: Entwurfszeichnungen und Silberwaren der Firma Wolfers Frères.

Seite 79: Entwurfszeichnungen und Silberwaren der Firma Wolfers Frères.


Das Zilvermuseum Sterckshof gibt selbst wissenschaftliche Studien heraus und verfügt über eine umfangreiche Bibliothek von wissenschaftlichen Arbeiten der angewandten Kunst, aller Altersgruppen und aus allen Kontinenten (außer Fotografie, Druckgrafik und Textilien). Zum Online-Katalog der Bibliothek führt dieser Link:
http://webi.provant.be/submit.phtml?UDses=300944%3A867024&UDstate=1&UDmode=&UDaccess=&UDrou=%25Start:bopwexe&UDopac=opacmust3&UDextra=

Vom 14.9. bis 12.12.2010 wird im Zilvermuseum Sterckshof die Sonderausstellung „Wiener Werkstätten“ zu sehen sein. Das genaue Programm und die folgenden Ausstellungen kann man hier sehen: http://www.provant.be/vrije_tijd/cultuur/musea/zilvermuseum/tentoonstellingen/index.jsp

Einen Besuch kann ich nur empfehlen. Das Museum ist zum Beispiel von Duisburg aus mit dem Auto in ca. 2 Stunden zu erreichen und liegt eingebettet in eine wunderschöne Landschaft. Ganz nah ist auch noch der Rivierenhof mit Landschaftspark zu besichtigen.

Öffnungszeiten und Anfahrtsplan kann man dem folgenden Link entnehmen:

http://www.provant.be/adressen/bestuur/departementen/cultuur/zilvermuseum/adres_item_zilvermuseum.jsp?referer=tcm:7-9323-64

Kommentare:

  1. Glückwunsch Johanna
    ein ganz toller und informativer Post. Und Danke das Du auf die Ausstellung der Wiener Werkstätten hingewiesen hast - noch ein Grund mehr einmal nach Antwerpen und in dieses Museum zu fahren (Datum schon notiert) Habe ich es richtig verstanden , Du kannst jetzt Informationsmaterial welches Du vom Museum zu Verfügung gestellt bekommst in Dein Neues Projekt einbringen? Ich freue mich auch für Dich das der Direktor Dich empfangen hat und damit zeigt das er Dich als Silberfachfrau ernstnimmt - Das finde ich ist wirklich eine Ehre!
    Ina

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  2. Liebe Johanna,
    Gratulation ist ja eine Ehre vom Museumsdirektor begrüßt zu werden, aber das zeugt von Deinem Fachwissen, welches ich so noch nicht ermessen konnte, aber geahnt habe!
    Sehr informativ und lehrreich Dein Bericht!
    Einen schönen Sommeranfang wünscht Dir
    Lilo

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  3. Johanna, how special for you. What an honor, my friend. Congrtatulations! ~ Sarah

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  4. i have to learn how to translate your blog into english for me.. I am just learning... thanks for stopping by my tablescape.. I will be doing one on Watermelon soon...

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  5. ja da kann ich auch nur gratulieren, dass der Museumsdirektor euch perönlich begrüsst hat. Welch schönes Erlebnis, dort in diesem Museum zu Gast zu sein. Es sieht wirklich schon von aussen sehr ansprechend aus.
    Was mich besonders erstaunt, dass bei der Eule Kokosnuss und Silber zusammen gefügt wurden.
    Ein sehr schönes und interessantes Stück!
    Liebe Grüsse, Alice

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  6. Dearest Johanna,

    Congratulations for having been invited by museum director Wim Nys, editor and author, for a book exchange. You are becoming now an internationally recognized author on Silver Rose Flatware!
    You did a remarkable job in explaining the age old procedure and by showing in great detail this beautiful repousse silver work of roses.

    Sunny greetings from Georgia/USA

    MariettesBacktoBasics

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  7. Jetzt bin ich aber mal plattt (mit drei t), liebstige Johanna! Du bist in diesem Thema ja nicht bloß recht besattelt, nein, sondern eine wahre Silber-Koryphäe! Ich selbst hingegen geh an diese Dinge ja ausschließlich laienhaft und gefühlsmäßig ran, ganz ohne Fachwissen, aber oh, diese Kokoskusseule, die sieht einfach ... so putzig aus wie ein zerstreuter Professor, der soeben festgestellt hat, dass er im vollbesetzten Hörsaal steht und seine Hosen anzuziehen vergessen hat! Der Gesichtsausdruck begeistert mich!!!
    Alles Liebe und herzhafte Eulengrüße, trau.mau

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