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Samstag, 21. August 2010

Fremdmieter im Hummelkasten - Wespen

Ich hatte im Frühling insgesamt sieben Hummelkästen aufgestellt, alle fein eingerichtet mit trockenem Heu und Moos und Posterwolle.

Mehrere Kästen wurden auch anfangs bezogen, eine Königin hatte sogar schon ein großes Tönnchen gebaut.

Leider wurden alle Nester, bis auf das der Steinhummel, wieder verlassen.

Es kommt vor, dass die Königinnen Vögeln oder den Autos zum Opfer fallen. Manchmal finden sie auch ein noch schöneres Nest oder übernehmen einfach eines, das schon eine Konkurrentin aufgebaut hat.

Da ich nun nicht den ganzen Tag Zeit habe, zu beobachten, ob die Mieterinnen zuhause sind und diese am Anfang auf Störungen recht empfindlich reagieren, lege ich kleine Blättchen in die Einfluglöcher und kann daran erkennen, ob die Hummel ein- und ausfliegt oder ob das Nest verlassen ist.

In diesem Nesteingang zeigte das Blättchen ständig Bewegung. Wenn ich später jedoch in den Kasten spähte, war nichts zu erkennen.

Viel später merkte ich, dass in dem verlassenen Eingang (die Schutzklappe hängt nur noch in einer Angel) regelmässig Wespen ein- und ausfliegen.


Eine Wespenkönigin hatte ihr Nest innen am Deckel gebaut hatte. Anfangs war es eine kleine Kugel, so groß wie ein Tischtennisball und leicht zu übersehen.

Inzwischen ist das Nest gewachsen. Wenn man den Deckel anhebt, kann man es gut erkennen.


Das Material ist fein zerkautes Holz. Es ist sozusagen selbstgemachtes Holzpapier. Die Wespen beißen Holzfasern von alten Zäunen oder Balken ab, das kann man ganz deutlich hören. Dann fliegen sie zum Nest und setzen die zerkauten Fasern fein säuberlich an den Rand dieses Gebildes an. Man kann die unterschiedlichen Holzlagen an den verschiedenen Farben gut erkennen. Wie eine Strickarbeit wächst die Kugel mit jeder Reihe.

Ich habe meinen Mut anfangs schon ein bisschen zusammen nehmen müssen, um das Nest zu öffnen. Sofort kamen die Wespen aus ihrem Nest und krabbelten auf der Kugel herum. Hier sind es nur zwei und die vordere ist gut zu erkennen.


Es ist eine Sächsische Wespe.

Nein, nicht weil sie einen sächsischen Dialekt hat - ich konnte mich mit ihr nicht unterhalten.


Auf der Homepage von Peter Tauchert, www.aktion-wespenschutz.de gibt es unter diesem LINK eine Übersichtstafel, auf der die in Deutschland vorkommenden Arten gezeigt werden. Da kann man anhand der Rückenzeichnung klar sehen, dass meine Mieterin eine Sächsische Wespe ist.

Auf dieser Homepage sind links verschiedene Seiten aufrufbar. Über die genaue Lebensweise kann man dort unter "Wissenswertes: Staatenbildende Wespen" allerlei erfahren und tolle Bilder sehen.

Darüber freue ich mich jetzt sehr. Denn hier kann man lesen, dass das eine sehr friedliche Wespenart ist und das hat mich ermutigt, für euch weitere Bilder zu machen.

Hier sieht man nun schon eine ganze Menge Wespen auf dem Nest sitzen, aber schaut euch mal die schwarzen Würstchen an, auf die die Pfeile deuten.

Das ist meines Wissens frischer Mäusekot und bedeutet, dass sich eine Maus gewagt hat, den Hummel-Wespenkasten zu inspizieren. Vielleicht in der Nacht, als die Wespen schliefen.

Rechts oben kann man das Lüftungsgitter sehen und darunter den schwarzen Laufgang, der aus Kunststoffrohr gebaut ist.



Inzwischen haben sich auch die Wespen an das sachte Anheben des Deckels gewöhnt. So habe ich mich getraut, den Deckel mal ziemlich hoch zu heben und jetzt kann man die Verstrebungen sehen, mit denen das Nest an dem Deckel befestigt wurde. Der Pfeil zeigt auf den Eingang des Kugelnestes. Und man sieht auch ganz deutlich an der Kugel mehrere Kanten, wo noch weiter gebaut wird.



Es gibt übrigens noch eine Menge Wespenarten, die nicht stechen und als Wespen von den meisten menschen gar nicht erkannt werden: siehe hier.

Also, meine Wespen sind ganz liebe Kerlchen. Sie haben mich etwas aufgeregt, aber vorsichtig umflogen und dass ich ganz ruhig stehengeblieben bin, hat sie überzeugt, das ich harmlos bin. So sind sie einfach wieder in ihren Kasten gedüst und haben sich nicht weiter um mich gekümmert.

Wespen sind übrigens sehr nützliche Tiere. Peter Tauchert beschreibt HIER ganz genau, was sie Erstaunliches leisten. Sie fangen z.B. haufenweise lästige Fliegen.

Die Wespenköniginnen kommen leider nicht an ihr ursprüngliches Nest zurück, wie z.B. die Hummelköniginnen. Das finde ich in diesem Fall schade, aber vielleicht habe ich Glück und meine Wespen siedeln sich nächstes Jahr irgendwo in der Nähe wieder an.

Drückt mir mal die Daumen,
Johanna

Kommentare:

  1. Hi Johanna, This was a WUNDERBAR post. I LOVED it... I agree that bees get to know us. I work side by side with them in my garden, and now and then have some VERY AGGRESSIVE species LARGE nest there with me and they don't bother me...My Husband does NOT like me working near them and always removes them... I'll post one tomorrow... I REALLY LOVED this post!!! Welcome back, Hugs, Donna

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  2. Interessant zu lesen! Ich werde gerne Daumen drücken damit sie in Deiner Nähe zurückkommen.
    Liebe Grüße

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  3. tolle Bilder und sehr interessante Informationen.
    Dazu kann ich auch noch was erzählen, wir hatten letztes Jahr im Schlafzimmer ganz in der Ecke an der Vorhangstange eine solche Wespenkugel. Wir haben uns bevor wir sie entdeckten dauernd gefragt, warum wir so viele Wespen in Fensternähe haben. Da der Vorhang nie ganz nach hinten gezogen wurde, hatten die da ein schönes Plätzchen für ihr Nest. Ich habs auch fotografiert, weil es einfach ein wunderbares Werk war.
    Da kommt man kaum aus dem Staunen.
    A propos Mäuse. Die machen wohl auch nirgends Halt. Bei uns im Gartenhaus haben sie sogar die Plastik-Deckel der Mineralwasserflaschen angeknabbert und so ist die Kohlensäure natürlich raus gezischt.
    Ich wünsch dir ein schönes Wochenende ohne Wespenstiche!
    Liebe Grüsse, ALice
    PS: würde mich freuen, wenn du wieder einmal bei mir vorbei schaust....nur wenn du Zeit hast, wohlgemerkt :-))

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  4. Liebe Johanna,

    das war sehr interessant aber ich mag weder Wespen noch Hummeln. Irgendwie hab ich wohl doch etwas Angst, daß die stechen. Du wirst noch eine richtige Wespenkönigin, so wie du dich da ran traust.

    GGLG Anne

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  5. Dearest Johanna,

    Another amazing story, it is like reading a very noble magazine about the subject! You are such a keen observer and a true nature lover. Here we have some very aggressive wasps and my husband Pieter had a very thick hand from one of their stings, just last week.
    Great that you did enough research to find out the assuring fact, they are harmless!

    Wishing you the best of luck for a come-back.

    Greetings from Georgia/USA

    MariettesBacktoBasics

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