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Samstag, 13. November 2010

Gartenarbeiten im Herbst

Jetzt ist der Herbst richtig angekommen. Bald beginnen die Vorbereitungen für Advent und Weihnachten. Davor sind im Garten noch einige Sachen zu erledigen. Zum Beispiel müssen die Hummelhäuser gesäubert werden. Dieses Hummelhaus war im Sommer von einem Steinhummel-Volk bewohnt. Darüber habe ich HIER berichtet. Inzwischen ist die alte Königin und ihr Volk gestorben, die Jungköniginnen haben es verlassen.


Bevor ich das alte Nest entferne, will ich es euch mal zeigen. Ich habe dafür die oberste Isolierschicht aus fein zerkleinerten Wollfasern entfernt. Man sieht jetzt deutlich, dass Hummeln eine ganz andere Neststruktur haben, als z.B. Bienen. Die Zellen der Hummeln sind auch aus duftendem Wachs gebaut. Sie haben jedoch die Form kleiner runder Tönnchen und sind locker in Häufchen angeordnet. Hier sieht man, dass die Tönnchen verschiedene Größen haben. Aus den kleinen Öffnungen unten sind Arbeiterhummeln geschlüpft. Die größeren Tönnchen beherbergten Jungköniginnen und Drohnen und den Honigvorrat. Alle Tönnchen sind geöffnet, d.h. das Nest ist zwar ausgestorben, aber alle Jungtiere konnten noch schlüpfen. Das ist  ein gutes Ergebnis. Die Jungköniginnen haben sich jetzt irgendwo in der Erde eingegraben und verschlafen dort den Winter. Wenn sie überleben, werden sie nächstes Jahr versuchen, genau in diesem Kasten wieder ein neues Nest zu bauen.   Es ist allerdings besser, wenn sie in einem sauberen Kasten wieder beginnen, weil sich im alten Nest Krankheitserreger und Ungeziefer entwickeln können. 


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Ein anderes Hummelhaus war während des Sommers von einem Volk der Sächsischen Wespe bezogen worden. Auch darüber hatte ich HIER berichtet. Die Wespen haben dieses Nest schon lange aufgegeben.


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Nun kann ich den Deckel mit dem Nest problemlos abnehmen. Hier sieht man das Eingangsloch in der äußeren Nesthülle. 


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Die Nestkugel ist durch starke "Wurzeln" am Deckel befestigt.


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Aufgeschnitten sieht es nun so aus. Unter der mehrlagigen Hülle haben die Wespen in mehreren Etagen Waben gebaut. Die hellen Zellen sind noch original verschlossen.  


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Wenn man sie öffnet, sieht man, dass darin noch Wespenlarven stecken, die aber auch schon lange gestorben sind. Diese Jungtiere sind nicht mehr geschlüpft, vielleicht war es schon zu kalt. Auch dieses Nest habe ich entfernt und den Kasten gesäubert. Von den Wespen werden auch nur die Jungköniginnen den Winter überleben. Sie kehren jedoch nicht zurück in das alte Nest.  Vielleicht zieht ja eine junge Hummelkönigin im Frühjahr dort ein.


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Eine weitere Wespenkönigin hatte sich ausgerechnet in einem Abteil des Vogelhauses angesiedelt. Damit hatte sie aber kein Glück. Irgendein Vogel hat die Hülle aufgepickt und die Waben leer gefressen. Das zerstörte Wespennest hängt rechts in der Ecke.


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Im anderen Abteil daneben hatte eine Meisenfamilie zweimal erfolgreich gebrütet. Nun wird auch dieses Abteil sauber gemacht, denn unter dem Moos wimmelt es vor Milben und Flöhen. Deshalb halte ich beim Auskehren ordentlich Abstand und vergrabe die Reste im Garten. 


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So wartet das Toskana-Häuschen wieder frisch und sauber auf die neuen Mieter im nächsten Jahr. Und ein neuer Anstrich wäre auch nötig.


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Dieser Vogelnistkasten war vom wilden Wein so zugewuchert, dass die Vögel dort nicht eingezogen sind. Ich habe ihn von dieser Umklammerung befreit und nun steht auch er als Quartier zur Verfügung. Übrigens werden die Vogelnistkästen auch im Winter gerne von Vögeln besucht, die darin die kalten Nächte verbringen. 


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Nun muss noch das Laub an die Stellen gebracht werden, wo es nicht stört, sondern nützlich ist. Die hübschen Fliegenpilze aus Keramik habe ich letztes Jahr auf dem Weihnachtsmarkt gekauft. Nun kann der Winter kommen. 


Schöne Grüße,
Johanna


Kommentare:

  1. Liebe Johanna
    Dein Garten lebt! Und wie. Resp. im Moment eher ausgestorben. Aber es ist toll, wie du alles rausputzt und säuberst, damit die "Bewohner" nächstes Jahr wieder Einzug halten können. Als ich las: "Gartenarbeiten im Herbst" erwartete ich eine Johanna mit Spaten und dergleichen. Aber dein Bericht mit Fotos war dann doch etwas interessanter :-)
    Mein Mann hat die Tage den ganzen Garten mit Kuhmist versorgt....der hat ja gestunken, als er nach Hause kam :-) Das war dann seine Version von Gartenarbeit im Herbst...

    Danke für deinen Bericht, es war wieder mal sehr interessant bei dir.

    LG Alice

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  2. whou Johanna, das ist ja supper wie du deinen Garten für alle Lebewesen öffnest und zudem noch die Abwartin bist!!! Sehr interessant!!
    Heute soll nach langem wieder einmal ein einigermassen freundlicher Tag werden... dann werde ich mich auch noch ein bisschen hinter die Feinarbeiten machen... es gäbe noch viel zu tun!!!
    Wünsche dir einen wunderbaren Tag und nöd's streng!!
    ♥-lich und bbbb

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  3. guten Morgen liebe Johanna,
    fasziniert habe ich gerade Zeile für Zeile Deines Post gelesen, und dabei sehr interessiert die Fotos angesehen, ich bin wirklich begeistert! das ist so lieb, dass Du für uns in dieser Ausführlichkeit darüber berichtest, und das zeigt mir wieder einmal, was Du doch für ein großes Herz für Tiere hast!! danke Dir herzlich für diesen besondere Augenblicke am frühen Morgen!
    wünsche Dir ein schönes Wochenende,
    bis bald, die Rosabella ♥

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  4. Liebe Johanna,

    nö nö nö, ich mag Hummeln und Wespen und Bienen nicht immer noch nicht, obwohl dein Post sehr interessant ist. Bei dir im Garten tummelt sich ja allerhand Getier, und das Vögel das Nisthäuschen zum schlafen nutzen war mir auch neu.

    GGLG Anne

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  5. Die Wildtiere haben es gut bei dir, Johanna.

    So ein Hummelhäuschen haben wir auch im Garten - allerdings sind da keine Hummeln eingezogen. Ein Zaunkönig hatte zeitig im Jahr angefangen darin ein Nest zu bauen - Frau Zaunkönig wollte aber lieber in den Buchskranz, der an der Haustüre hing, ziehen. Und dann zogen die beiden doch wo anders hin...

    Die Häuschen machen wir auch regelmäßig sauber. Ein Vogelhäuschen war in diesem Jahr von Gehäuseschnecken bewohnt. Das fanden wir sehr außergewöhnlich.

    Unsere Vogelhäuschen werden auch jetzt schon von Meisen & Co. ausgespäht - vielleicht ist das ein Zeichen für ein sehr kalten strengen Winter?

    Liebe Grüße
    Marion

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  6. Liebe Johanna,

    Was für eine naturliebende Person du bist! Die Hummeln haben es bei dir getroffen um so ein schönes sauberes Kästchen bewohnen zu können. Habe grad zusammen mit Pieter diesen Blog gelesen nachdem wir via Skype unsere beide deutsche 'Söhne' komplett mit Gatin und Kindern gesprochen und gesehn haben...
    Also auf die deutsche Tour kann man schon sagen!
    Liebe Grüße aus Georgia mit noch viel Sonne Tagsüber,

    MariettesBacktoBasics

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  7. ...Respekt, liebe Johanna, du kennst dich so gut aus und kümmerst dich so liebvoll um die Insekten und Vögel, ich bin beeindruckt.
    Lächeln mußte ich bei der sächsischen Wespe, woran erkennst du die? an der Schbrache? (Ich als in Leipzig geboren und aufgewachsene darf das doch so schreiben) Ich habe noch nie eine mit diesem Dialekt getroffen!?!
    Wünsche dir einen erfreulichen Sonntag,
    liebe Grüße von Birgitt

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  8. Guten Morgen Johanna
    Den Post fand ich mega interessant und habe wieder Einiges gelernt dabei. Und wieviele Ihr von den Nestern im Garten habt. Es ist schon erstaunlich zu sehen wie ebenmäßig der Aufbau so eines Nestes ist. Du machst es Deinen Tieren,ob groß oder klein, richtig gemütlich - wäre ich eine Hummel würde ich mich auch bei Dir niederlassen:-) .
    Dir und Deinen Lieben einen schönen Sonntag
    Ina

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  9. Liebe Johanna,ic deinem Garten ist ja von frühjshr bis in den späten Herbst hinein ein reges tummeln der Krabbeltierchen.
    Eine wirklich schöne und höchst interessante Post.
    Hab sie gern gelesen.
    Da wir so gut wie nix Laubabwerfendes im Garten habe, brauch ich dafür keine Energie aufbringen.
    Dabei hätte ich in diesem Jahr gerne noch eine Ulme und Buchenhecken gepflanzt.
    Werde Anfang der kommenden Woche endlich meine Rosen warm verpacken und einige Rosenkugeln habe ich im Garten noch entdeckt die in den Keller müssen bevor Väterchen Frost sih dran zu schaffen macht.
    Mit Deiner Post hast Du mich animiert im nächsten Jahr etwas für die lieben Hummelgesellen zu tun.
    Ein Fledermauskasten hab ich schon hängen.
    Ob sie ihn annehmen?1
    Ich wünsch Dir noch einen urig gemütlichen Sonntag.
    Herzlichste Grüße,Moni

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