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Freitag, 7. Juli 2017

Spendenaufrufe mit Beigaben ärgern mich.

Jetzt muss ich es doch mal öffentlich thematisieren, was mich ärgert: Spendenaufrufe mit Geschenken! Lieb gemeint? Wohl eher nicht. Ich sag euch mal, was ich dazu denke.

Man holt sie aus dem Briefkasten und wundert sich: Dicke Umschläge mit Beigaben, die von Wohltätigkeitsorganisationen kommen.


Schon außen sind traurige Bilder und massive Aufrufe: "Retten Sie den kleinen Mori" sichtbar. Und innen finde ich neben Informationsmaterial ein Geschenk, wie diese Kühltasche, die wahrscheinlich in Billiglohnländern hergestellt wird.


Bei der DRLG ist es neben Infomaterial über Vandalismus an DLRG-Stationen, belegt mit echten Fotos, auch ein billiger Kugelschreiber und ein Block, die mit dem Sachverhalt nichts zu tun haben.



Was das soll? Es soll den Empfänger moralisch in Zugzwang bringen, indem er sich für das Geschenk revanchiert. Natürlich mit einer Spende!

Um das klar herauszustellen: Mich ärgert nicht der Spendenaufruf an sich, sondern die Verschleuderung von erhaltenen Spendengeldern für Giveaways, die wir in unserem Wohlstand gar nicht brauchen. Und wer die richtig braucht, hat selten noch Geld übrig, um zu spenden.

Ich finden den ganzen Aufwand, (Anfertigung eines Giveaways mit Logo, Mehrporto für den Versand, Druck von Hochglanzfotos, personalisierter Druck für "Spenden-Garantie" usw.) für völlig unangemessen. Mich hätte auch simple Din A4-Informationsschrift dazu bereits moralisch erreicht. Als wirtschaftlich denkender Mensch werde ich Organisationen auch kein Geld zukommen lassen, die bereits Tausende von Spendengeldern für solchen Mumpitz investieren.

Eine  Ausnahme ist übrigens die Vereinigung der mund- und fußmalender Künstler in aller Welt e.V., die ein Wirtschaftsunternehmen ist und keine gekauften Giveaways, sondern eine Musterauswahl ihrer Produkte verschicken.

Bei der Recherche zu diesem Thema habe ich jedoch was gelernt:

Bevor man das dringend in aller Welt benötigte Geld spendet, sollte man sich informieren, wo das Geld wirklich gut verwaltet und eingesetzt wird.

Dazu gibt es eine Spenderberatung vom Deutschen Zentralinstitut für Soziale Fragen. Dort findet man sowohl Empfehlungen als auch Listen von Organisationen, bei denen vom Spenden abgeraten wird bzw. die nicht als förderwürdig eingestuft werden.


In diesem Sinne wünsche ich euch ein schönes Wochenende,

herlichst,

Johanna

Kommentare:

  1. Liebe Johanna,
    ganz genau, dieselben Gedanken sind mir auch durch den Kopf gegangen als ich den Kugelschreiber mit Spenden Aufruf in Händen hielt . In Billiglohnländern wird das hergestellt, Verpackungskosten und ev. noch Mehrporto fürs Gewicht, das alles ist doch ein Krampf. Bevor ich spende erkundige ich mich ganz genau wo das Geld oder Sachwerte landen, die Spendenberatung, danke für den Tip , ist da eine gute Adresse. Liebe Grüße von Carmen

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    1. Liebe Carmen,
      danke für deinen Kommentar, das sehe ich auch so. Deshalb habe ich den Beitrag auch geschrieben, obwohl es hier eigentlich nur um schöne Sachen gehen soll.
      Liebe Grüße Johanna

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  2. Auch ich ärgere mich oft, wenn ich diese Geschenke, die noch dazu in den meisten Fällen völlig nutzlos sind, in unserem Briefkasten finde. Ich empfinde solche angeblichen Geschenke als eine Art der Nötigung. Ich brauche weder die Postkarten, noch Handschuhe o.ä. , das geschickt wird. Diese unnötigen Kosten könnten sie sich tatsächlich sparen, das ist nämlich nicht das, was durch die Spendengelder finanziert werden sollte. Wenn man spendet, möchte man, dass das Geld auch die Bedürftigen erreicht und nicht zur Herstellung unnötiger Dinge verwendet wird. Danke für den hilfreichen Link.
    LG
    Astrid

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    1. Hallo Astrid,
      danke für deine Meinung, da sind wir ja der gleichen Ansicht. Irgendwie haben solche Spendenbeigaben einen schlechten Beigeschmack, nicht wahr?
      Herzliche Grüße, Johanna

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  3. Liebe Johanna,
    Es ist auch genauso bei uns und wenn man ausrechnet wieviele Tonnen von Papier und ungewollte Billiggechenke so durch die Post geliefert werden mußen und wieviel Müll es produziert...! Ãrgerlich ist es und wenn man nachforscht dann gehören grad diese Organisationen zu den allerschlimmsten die weniger als 10% ans gute Ziel schenken.
    Es ist die reinste Form von emotioneller Blackmail. Aber ohne Erfolg bei uns würde ich sagen.
    Ganz lieber Gruß,
    Mariette

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    1. Liebe Mariette, ich fühle mich bestätigt, dass es mich nicht alleine stört. Danke für deine Meinung und liebe Grüße zurück, Johanna

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